Nachdem die Rache für Caesar mit dem Tod Brutus’ durchgeführt war, wandten sich die Triumvirn der Sicherung der eigenen Macht zu. Lepidus hatte schon bei Philippi keine aktive Rolle gespielt, jetzt sank er in die Bedeutungslosigkeit: Spanien mußte er an Octavian, die Narbonensis an Antonius abgeben. Ihm blieb nur Afrika, von dem aus er keine Kontrolle mehr über die Politik in Rom hatte.
Antonius gab die Gallia Cisalpina ab, sie wurde 42 zum römischen Staatsgebiet. Ihm bleiben im Westen die Gallia Comata und Narbonensis, seine eigentliche Operationsbasis war der Osten, wo er für mehrere Jahre ien unbeschränktes Kommando hatte. Er sollte die Finanzierung der Veteranenversorgung und das Verhältnis zu den Klientelfürsten regeln. Außerdem wurde er mit der Rache für die Niederlage des Crassus gegen die Parther 53 beauftragt. Das Partherreich bildete im Osten den einzigen ernstzunehmenden Machtkomplex neben den römischen Provinzen. Es hatte im Laufe des 2. Jahrhunderts die Nachfolge des Seleukidenreiches angetreten.
Octavians Aufgabe war ungleich schwieriger: er sollte in Italien die Bundesgenossen enteignen, um den Veteranen Land zu verschaffen. Letztlich gelang es ihm jedoch, dieses große Konfliktpotential zu entschärfen und es zu seiner Stärkung zu benutzen. Zunächst revoltierten die Bewohner der ca. 20 enteigneten italischen Städte gegen die Ansiedlung von 50.000 Veteranen auf ihrem Boden und wandten sich an Lucius Antonius, den Bruder des Marcus Antonius und Konsul von 41. Dieser versprach ihnen Hilfe und suggerierte gleichzeitig den Soldaten seines Bruders, sie würden bei der Landverteilung benachteiligt, so daß er die Unterstützung zweier prinzipiell verfeindeter Gruppen bekam. Seine Politik gipfelte in der Forderung an Octavian und Lepidus, ihre Ämter als Triumvirn niederzulegen. Fulvia, die Frau Marcus Antonius’, unterstützte ihn, dessen eigene Rolle bei diesen Aktionen war unklar.
Obwohl der gemeinsame Dienst unter Caesar eine offene Schlacht zwischen den Veteranen verhinderte, kam es schließlich 41 zur Explosion: Lucius Antonius rief Arsenius Pollio und Munatius Plancus zur Hilfe, Octavian wurde durch den Statthalter von Spanien, Salvidienus Rufus, mit 6 Legionen entsetzt. Diese belagerten die Stadt Perusia, in die sich Lucius Antonius zurückgezogen hatte. 40 wurde die Stadt übergeben, Octavian entließ die Verwandten des Antonius, ließ aber den gesamten Stadtrat hinrichten und gab die Stadt zur Plünderung frei. Dieses Exempel wurde für lange Zeit zum Angriffspunkt der gegnerischen Propaganda, die langsam anlief.
Antonius hatte den Winter 42/41 in Athen verbracht, wo er mit göttlichen Ehren als neuer Dionysos empfangen worden war. Diese Rituale wurden im Osten als einzige adäquate Form angesehen, um den Abstand zwischen den Mächtigen und dem Volk zu reflektieren, sie bedeuteten nicht eine tatsächliche Anerkennung als Gott. Im folgenden Frühjahr begann er mit der Eintreibung von Steuern, um den Veteranen die versprochenen Summen auszuzahlen. Nachdem bereits die Caesarmörder die Provinzen im Jahr zuvor ausgeplündert hatten, gerieten sie nun an den Rand des Ruins. Die Klientelkönige von Galatien, Kappadokien, Judäa und Ägypten zitierte er zu sich, um die römische Oberhoheit zu festigen.
In Tharsos in Kleinasien traf er auf die ägyptische Königin Kleopatra. Dieses Treffen wurde als Begegnung des neuen Dionysos mit der Göttin Aphrodite inszeniert, was auch eine politische Wirkung hatte. Die Begegnung hatte allerdings auch einen konkreten politischen Hintergrund: Kleopatra hatte vor Philippi die Caesarmörder unterstützt und mußte nun ihren Seitenwechsel möglichst günstig vollziehen. Es gelang ihr, Antonius zur Bestätigung ihrer Herrschaft zur bewegen, er ließ sogar ihre Schwester und Konkurrentin ermorden. Im Winter 41/40 blieb Antonius mit Kleopatra in Alexandrien, wo er durch die ungewohnte Atmosphäre stark beeinflußt wurde, was eine Schwächung seiner Position bei den Konservativen in Italien bedeutete. Sein Bruder und seine Frau, die nach der Niederlage in Perusia zu ihm kamen, berichteten von Octavians Aktivitäten (er hatte mittlerweile ganz Gallien erobert).
Mit seinem Heer und seiner Flotte brach Antonius auf, nachdem er sich mit Sextus Pompeius, der immer noch das Meer beherrschte, verständigt hatte. Bei Brundisium kam es im Oktober 40 zum Treffen der beiden Heere, eine offene Auseinandersetzung wurde aber durch die Zenturionen beider Lager verhindert, die ihre Kommandanten zu einer Einigung, dem Vertrag von Brundisium, zwangen. Octavian sollte den ganzen Westen behalten (Afrika blieb bei Lepidus), Antonius den gesamten Osten. Die Grenze verlief zwischen den Provinzen Dalmatien und Makedonien. Die Konsulate für die kommenden Jahre wurden verteilt und die Verbündeten des Lucius Antonius amnestiert. Schließlich besiegelte man das Bündnis durch eine Heirat Antonius’ mit Octavia, der Schwester Octavians. Mit diesem Vertrag brach nach den Worten Vergils ein neues Zeitalter an, in dem ein „Knabe von göttlicher Existenz“ geboren würde. Die Sehnsucht der römischen Bevölkerung nach Frieden bediente Octavian mit der öffentlichen Proklamation, die Zeit des Bürgerkriegs sei nun vorbei.
Sextus Pompeius, der nicht in das Machtgefüge eingebaut war und mit seiner Flotte einen erheblichen Störfaktor darstellte, sperrte die Getreidezufuhr nach Rom. Daraufhin kam es zu Unruhen in der Stadt, die im Frühjahr 39 zum Vertrag von Misenum zwischen Octavian, Antonius und Sextus Pompeius führten. Der Sohn des Pompeius wurde als bestimmende Seemacht anerkannt und erhielt die Provinz Achaia zwischen den Einflußbereichen der beiden Triumvirn. Ihm wurde ein Konsulat in Aussicht gestellt und den zu ihm geflohenen Republikanern die Rückkehr ermöglicht.
Auch diese Vereinbarung sollte durch Heiraten untermauert werden: Octavian heiratete Scribonia, Tochter eines Pompeianers und anerkannten Republikaners, Marcus Claudius Marcellus, Neffe Octavians und Stiefsohn Antonius’, wurde mit einer Tochter des Sextus Pompeius verlobt, zur Heirat kam es dann nicht. Octavian lernte bei den Verhandlungen Livia Drusilla, die Frau des Claudius Nero und Mitglied einer der ältesten patrizischen Familien, kennen und verliebte sich in sie. Er ließ sich von Scribonia scheiden und heiratete Anfang 38 Livia, die bereits im sechsten Monat von Claudius schwanger war. Diese Verbindung ermöglichte es Octavian, Zugang zu höchsten Adelskreisen zu erhalten und seine Anhängerschaft, die bisher nur aus homines novi bestanden hatte, zu verbreitern. Appius Claudius Pulcher, Lucius Aemilius Claudius Lepidus und Marcus Valerius Messala Corbinus schlossen sich ihm an und wurden dafür mit Konsulaten oder Priesterämtern belohnt.
Kurz nach dem Vertrag griff Octavian Sextus Pompeius zur See an. Er unterlag und verlor seine gesamte Flotte, die Getreidezufuhr wurde erneut unterbrochen. Sextus Pompeius gab sich nach dem Sieg den neuen Namen Magnus Pompeius Neptuni Filius Pius, er wirkte möglicherweise als Vorbild für Octavian. Marcus Vipsanius Agrippa, der engste Vertraute Octavians, wurde nun mit dem Bau einer neuen Flotte beauftragt.
Der Vertrag von Tarent im Frühjahr 37 zwischen Antonius und Octavian verlängerte das Triumvirat um weitere 5 Jahre (ohne unmittelbare Bestätigung durch das Volk, bis Ende 33), Octavian erhielt 120 Schiffe gegen Sextus Pompeius, Antonius 20.000 Soldaten gegen die Parther. Die Konsulate für die kommenden Jahre wurden verteilt: Antonius sollte 34, Octavian 33 Konsul sein, für das Jahr 32 waren zwei Anhänger des Antonius vorgesehen. An dieser unwichtigen Stelle wurden die republikanischen Traditionen (10 Jahre zwischen zwei Konsulaten) berücksichtigt. Die Machtaufteilung wurde nicht verändert, faktisch stärkte Antonius’ Abwesenheit von Rom die Position Octavians. Dieser erhielt 36 die sacrosanctitas eines Volkstribunen.
Im Sommer 36 begann schließlich der als „Seeräuberkrieg“ bezeichnete Feldzug gegen Sextus Pompeius. Agrippa konnte ihn im September 36 bei Naulochus endgültig schlagen. Er floh in den Osten, wo er einige Zeit als Abenteurer umherzog, bis ihn schließlich der Statthalter der Provinz Asia, Gaius Titius, gefangennahm und hinrichten ließ. Mit Sextus Pompeius war der letzte republikanische Stützpunkt gefallen, die Republikaner orientierten nun an Antonius. Lepidus versuchte, mit seinen 12 afrikanischen Legionen und den führerlosen Legionen des Sextus Pompeius Octavian von Sizilien aus anzugreifen. Die Truppen liefen geschlossen zu Octavian über, Lepidus wurde in Italien interniert. Die Sklaven aus den sizilischen Truppen wurden ihren Besitzern zurückgegeben, 6000 herrenlose Sklaven ließ Octavian entlang einer Staatsstraße kreuzigen.
Neben dem Senatsadel umwarb Octavian auch das Offizierskorps, das sich im Laufe der Zeit von Antonius abwandte. Zum einen konnte Octavian den Offizieren und ihrer Familie gefährlich werden, zum anderen sank Antonius’ Bedeutung durch seine ständige Abwesenheit von Rom zusehends. Während also die Heerführung weiter privilegiert wurde, widersetzte Octavian sich den Forderungen der Truppen nach Entlassung. Leidglich die Veteranen von Mutina und Philippi wurden entlassen, den übrigen Soldaten drohte er mit fristloser Entlassung ohne Versorgung. Die Veteranen wurden hauptsächlich außerhalb Italiens (Spanien, Gallia Narbonensis, dalmatinische Küste, Kleinasien) angesiedelt, in Italien selbst kaufte Octavian Land, statt es zu enteignen.
Da sich im Laufe des Bürgerkriegs die Verbindlichkeit des mos maiorum immer mehr gelöst hatte, wurden einige Grundsätze rechtlich fixiert (z.B. durfte Purpur nun nur noch von Senatoren getragen werden). Wo keine Regelung getroffen wurde, kam es zu Statusverschiebungen. Einige Freigelassene gelangten zu höchstem Ruhm und Reichtum (Agrippas Freigelassene errichteten sogar ein Monument in Ephesos in eigener Regie). Später, unter Tiberius, waren solche Karrieren nicht mehr ohne gesellschaftlichen Widerstand möglich.
Für die stadtrömische Bevölkerung wurden viele Bauten errichtet, besonders Agrippa kümmerte sich in seinem zweiten Ädilenamt (das er 33 als Konsular bekleidete!) um die Wasserversorgung Roms. Er erneuerte die Aqua Marcia (34), baute die Aqua Julia und stellte ein eigenes Sklavenkorps für die Wasserversorgung Roms auf. Diese Maßnahmen verbesserten ebenfalls Octavians Position. Um seinem Ruf als unfähiger Feldherr zu entkommen, unternahm Octavian mit einem Teil seines Heeres zwischen 35 und 33 Feldzüge im Illyricum. Ein willkommener Nebeneffekt war das Training des Heeres.
Antonius hatte unterdessen im Osten das Partherproblem in Angriff genommen. Das Partherreich hatte im 2. Jahrhundert die Nachfolge der Seleukiden in Asien angetreten und waren durch die innenpolitischen Profilierungsversuche des Crassus in den Konflikt mit Rom gezogen worden. Die Niederlage des Crassus bei Carrhae 53 und der Verlust der Feldzeichen war in Rom wegen der inneren Probleme relativ unbemerkt geblieben, wie auch das Partherreich selbst, obwohl nach 53 die östlichen Provinzen bis zur heutigen Westtürkei von den Parthern überrannt worden waren. Erst ein Triumphzug des Ventidius Bassus 39, der gegen den parthischen König Pacorus und dessen römischen General Labienus gesiegt hatte, machte der römischen Bevölkerung die „Entehrung“ bewußt.
Antonius brauchte für einen umfassenden Sieg die Unterstützung der Provinzbevölkerungen und nahm deshalb ab 37 die unbeliebte unmittelbare römische Herrschaft im Osten teilweise zurück. Er setzte stattdessen Klientelkönige ein, die von Rom abhängig waren, und entspannte so die Situation. Diese kluge politische Entscheidung wurde allerdings durch sein quasi dynastisches Vorgehen konterkariert: die Bevorzugung der Kleopatra und die Einsetzung der eigenen Kinder als Klientelkönige schadete seinem Ansehen in Rom stark, auch wenn es zunächst keine Reaktion gab. Erst die Propaganda Octavians schürte die Empörung über den „Verlust“ römischen Provinziallandes an einheimische Herrscher. Octavian setzte nach seinem Sieg über Antonius dessen prinzipiell richtige Politik allerdings fort.
36 begann Antonius seinen Partherfeldzug, wobei er nicht über die mesopotamische Ebene, in der die parthische Reiterei nicht zu besiegen war, eindrang, sondern den Weg über das gebirgige Armenien wählte, mit dessen König Artavastes er ein Bündnis geschlossen hatte. Die Belagerung der Stadt Phraaspa scheiterte, weil die Parther zwei Legionen und die Belagerungsmaschinen hatten abfangen können und Artavastes die Seiten wechselte. Antonius mußte sich zurückziehen und verlor 25.000 Legionäre. Damit war sein Ruf als bester römischer Feldherr verloren, zumal Octavian (bzw. Agrippa) kurz vorher Sextus Pompeius besiegt hatte. Um seine Verluste auszugleichen, forderte er von Octavian die in Tarent vereinbarten 20.000 Legionäre, erhielt aber nur 2.000 Soldaten und 70 seiner 120 an Octavian verliehenen Schiffe.
Trotzdem gelang ihm 35 die notwendige Bestarfung des armenischen Königs, weil sich der medische König, ein parthischer Vasall, auf seine Seite schlug. Artavastes wurde gefangen genommen und Antonius veranstaltete einen Triumph in Alexandrien. Dieser schwere politische Fehler (Triumphe konnten nach römischem Verständnis nur in Rom gefeiert werden) kostete ihn weitere Sympathien.
Er bestätigte erneut sein System im Osten: Sein Sohn Alexander Helios (dessen Name ihn als zukünftigen Weltherrscher ausweisen sollte) erhielt Armenien und das Mederreich, seine Tochter Kleopatra Selene die Cyrenaica und Libya (was Octavians Propaganda mit der Provinz Africa gleichsetzte), sein zweiter Sohn Ptolemaios Philadelphos bekam Coilesyria, Cilicia und die Oberhoheit über die Klientelfürsten. Caisarion, der leibliche Sohn Caesars mit Kleopatra sollte gemeinsam mit seiner Mutter Ägypten beherrschen. Diese Informationen stammen hauptsächlich aus Octavians Propaganda und sind deshalb etwas zweifelhaft. Eine solche Regelung ging jedenfalls deutlich über die Toleranzgrenze der Römer hinaus: römische Provinzen in fremder Hand, überwacht von einem Ptolemäer.
Für das Jahr 33 war ein erneuter Angriff auf die Parther geplant, allerdings nicht mehr mit dem Ziel der Unterwerfung. Lediglich die Herausgabe der Feldzeichen von Carrhae und die Anerkennung der römischen Vorherrschaft wollte Antonius erreichen. Octavians verschärfte Propaganda zwang Antonius zur Umkehr und zum Zug nach Westen.
Das Ergebnis der Auseinandersetzung zwischen Octavian und Antonius war nicht von vorneherein klar. Lange Zeit war Antonius klar überlegen, erst sein Rückzug in den Osten ermöglichte es Octavian, seine Position auszubauen. Die Anwesenheit im Zentrum der Macht wurde im Laufe der Zeit immer wichtiger, Octavian konnte Druck auf den Senat ausüben, römische Ehren (Konsulat, Priesterämter) verteilen, Propaganda bei der stadtrömischen Bevölkerung betreiben und Soldaten in Italien rekrutieren.
Zu diesen Vorteilen kamen zahlreiche Fehler des Antonius: während seine kultische Verehrung in Athen noch geduldet wurde, gab seine Verbindung mit der ägyptischen Königin und die Rücksendung der Octavia nach Rom der Agitation des Octavian viele Möglichkeiten. Antonius sei durch Kleopatra verzaubert worden und vertrete nicht mehr die römischen Interessen, er habe eine Orientalin einer Römerin (noch dazu der Schwester Octavians) vorgezogen. Antonius schien diese Entwicklung nicht bewußt zu sein: die Münzen, die er nach dem armenischen Sieg prägen ließ, zeigten ihn auf der Vorder- und Kleopatra auf der Rückseite. In der von Sueton überlieferten privaten Korrespondenz mit Octavian beklagte er sich, daß dieser ihm sein Verhältnis mit Kleopatra vorwerfe, und wies darauf hin, daß Octavian sich selbst in Rom ähnlich verhalte.
Octavian gelang es, sich zum Verteidiger des mos maiorum und der westlichen Werte zu stilisieren und jeden Widerstand gegen ihn mit einem Umsturz der alten Ordnung gleichzusetzen. Der Bürgerkrieg, der offiziell seit 36 beendet war, wurde zum ideologischen Kampf zwischen Osten und Westen.
Beim Antritt seines Konsulats am 2. Januar 33 hielt Octavian im Senat eine scharfe Rede gegen Antonius. Dieser antwortete, Octavian habe ihn seit Jahren ständig betrogen, Sizilien ganz behalten, die versprochenen Legionen nicht gesandt, Lepidus unrechtmäßig abgesetzt. Er verlangte die Teilung der Heere und der Macht in Italien. Außerdem hob er erneut hervor, daß Caisarion der leibliche Sohn Caesars sei, was Octavian in seiner Stellung als Erbe besonders beunruhigte. Octavian wies alle Forderungen zurück, worauf Antonius mit seinem Heer nach Griechenland zog. Er vertraute darauf, daß im kommenden Jahr zwei seiner Anhänger den Konsulat bekleideten.
Obwohl das Triumvirat mit dem Jahr 33 endete, dachte keiner der Triumvirn an den Rücktritt. Im Februar 32 versuchte einer der Konsuln, ein „Mißtrauensvotum“ gegen den abwesenden Octavian im Senat durchzusetzen, was am Veto eines Volkstribunen scheiterte. Nach einigen Tagen erschien Octavian mit bewaffneten Soldaten und Freunden im Senat, kündigte den Beleg seiner Anschuldigungen gegen Antonius an und entließ die Senatoren mit der Auflage, in zwei Tagen erneut zu erscheinen. Daraufhin flohen die Konsuln und ein Teil des Senats (besonders hochrangige Senatoren - Konsulare und Priester) zu Antonius. Das bedeutete einen enormen Prestigeverlust für Octavian (den er sogar in den Res Gestae noch zu beschönigen versuchte), andererseits war es aber auch eine politische Befreiung für ihn. Die Anhängerschaft des Antonius war mittlerweile sehr gemischt, sie bestand aus Pompeianern, Republikanern und Caesarianern.
Er nutzte das Jahr 32 zur militärischen Vorbereitung auf die Auseinandersetzung mit Octavian. Dazu war er auf die Unterstützung Kleopatras angewiesen, deren Anwesenheit im römischen Heerlager für Spannungen auch in seiner unmittelbaren Umgebung sorgte. Einer der Konsuln von 32 forderte unverblümt die Entfernung Kleopatras. Wegen des persönlichen Verhältnisses zwischen Antonius und Kleopatra konnten er und andere Berater sich aber nicht durchsetzen. Kleopatra blieb und Antonius übermittelte Octavia seinen Scheidungswunsch, was Octavian einen hervorragenden Ansatzpunkt für seine Propaganda lieferte. Diese Entscheidung führte auch zum Übertritt einiger der ältesten Anhänger des Antonius: Munatius Plancus und dessen Schwiegersohn Marcus Titius gingen zu Octavian und verrieten ihm das Versteck des antonianischen Testaments im Tempel der Vestalinnen.
Obwohl das Betreten dieses Tempels und die Öffnung des Testaments eines noch lebenden Mannes streng verboten waren, erzwang Octavian die Herausgabe des Dokuments, las es und trug einige Passagen im Senat vor. Darin erkannte Antonius Caesarion, den Sohn Kleopatras, als Sohn Caesars an, bestätigte die Landschenkungen an seine eigenen Kinder mit Kleopatra und erklärte, er wolle in Alexandria neben Kleopatra beigesetzt werden. Über diesem skandalösen Inhalt vergaß der Senat das Verhalten Octavians, der durch das Testament und den Scheidungsbrief an Octavia endlich handfeste Grundlagen für seine Anschuldigungen gegen Antonius hatte.
Um sich von ihm abzusetzen, begann er den Bau eines riesigen Mausoleums in Rom, das seine Verwurzelung in Italien unterstreichen und ihn als Vorkämpfer der westlichen Werte bestätigen sollte. Damit begann auch der eigentliche propagandistische Feldzug, bei dem die von Octavian in Italien angesiedelten Veteranen als Meinungsmultiplikatoren dienten. Die intensive Agitation führte schließlich, wie Octavian in den Res Gestae schrieb, zu einem freiwilligen Treueeid ganz Italiens und der westlichen Provinzen auf Octavian und zur Aufforderung an ihn, das Kommando im Krieg zu übernehmen. Diese persönliche Verpflichtung (die teilweise nicht völlig freiwillig war) läßt sich mit dem traditionellen Feldherrneid vergleichen. Der hohe Finanzbedarf mußte und konnte in Italien gedeckt werden, weil alle Bürger sich mit dem Eid auch zur Unterstützung verflichtet hatten.
Octavian war nun politisch, Antonius militärisch perfekt vorbereitet. Eine unmittelbare Kriegserklärung an Antonius war nicht möglich, weil der Bürgerkrieg offiziell seit 36 beendet war. Deshalb ließ er Antonius für unzurechnungsfähig erklären (Begründung war die Verzauberung durch Kleopatra), erkannte ihm den Konsulat für 31 und die Triumviralgewalt ab. Damit war formal nicht mehr Antonius der Anführer des Heeres in Griechenland, sondern Kleopatra, was eine Provokation darstellte. Die Kriegserklärung an die ägyptische Königin machte sie zur hostis, worauf sich einige Klientelfürsten mit ihren Kontingenten aus dem Heer zurückzogen.
Antonius hatte sein Landheer (100.000 Soldaten, 12.000 Reiter) bei Actium stationiert und die Flotte (400-500 große Schiffe) über die Häfen der östlichen Adriaküste verteilt, um Octavians Überfahrt zu verhindern. Octavian, der im Jahr 31 den Konsulat zusammen mit dem Patrizier Mesalla bekleidete, standen 80.000 Soldaten und 400 leichtere Schiffe zur Verfügung. Sein Feldherr war Marcus Vipsanius Agrippa.
Agrippa setzte im Frühjahr 31 überraschend schnell nach Griechenland über und eroberte vom Süden her die Flottenstützpunkte des Antonius. Parallel dazu überquerte Octavian mit dem Landheer die Adria und zog von Norden gegen Actium. Im Laufe des folgenden Stellungskrieges wurde Antonius völlig eingeschlossen. Der fehlende Nachschub und Seuchen im Lager schwächten sein Heer, so daß er im August 31 Octavians Truppen nicht mehr entgegentreten konnte. Am 2. September 31 durchbrach er in der Schlacht von Actium den Belagerungsring von Agrippas Schiffen und floh mit Kleopatra und einem Teil der Flotte nach Ägypten. Sein Heer und die Restflotte ergaben sich Octavian 8 Tage später. Diese Schlacht wurde später zur großen Entscheidung zwischen Westen (Apollo) und Osten (Isis) stilisiert, sie war aber offenbar von Antonius nicht als Schlacht geplant. Vergil beschrieb in der „Aeneis“ die Schlacht als gewaltige Kampf der östlichen und westlichen Götter. Seine Darstellung hatte großen Einfluß auf die Rezeption dieses Ereignisses in Rom. Für den Osten bezeichnete Actium die Wiedervereinigung mit dem Westen des Reiches, für den Westen die Bestätigung der Vorherrschaft. Die actische Aaerendatierung bürgerte sich in den östlichen Provinzen ein.